Gastbeitrag: Facebook für die Jobsuche nutzen? Geht das? Und wenn ja - wie?

Schon länger spiele ich mit dem Gedanken, auf meinem Blog auch Gast-Beiträge zu veröffentlichen. Als der Mann, mit dem ich mir mein Büro (und mein Leben ...) teile, neulich einen Artikel über "Jobsuche auf XING" veröffentlichte, fragte ich: "Kannst Du sowas auch über Facebook schreiben?" "Klar - was willst Du denn wissen?"

So entstand der erste Gastbeitrag hier auf meinem Blog. Weitere werden folgen ... versprochen ! 

Wer schreibt heute hier?

Der heutige Gastbeitrag kommt von Jens Beckmann. Wie schon angedeutet ... uns verbindet deutlich mehr als ne Facebook-Freundschaft. Wir sind seit 18 Jahren verheiratet und haben auch das Abenteuer "Selbständigkeit" in verschiedenen Facetten miteinander ge- und erlebt.

So stellt Jens sich selbst vor: 
Als Trainer und Coach arbeite ich mit berufserfahrenen Menschen der Generation 50+ und unterstütze sie dabei, sich entsprechend ihren Fähigkeiten, Wünschen und Erwartungen beruflich neu zu positionieren. Denn ich bin überzeugt davon, dass jeder Mensch das Recht und die Möglichkeit hat, sein Leben einzigartig zu leben - so, wie es zu ihm passt.

Noch mehr über sich erzählt er Dir hier.

Sein Geschenk für Newsletter-Abonnenten empfehle ich Dir übrigens, wenn Du gerade auf der Suche nach Deinem Traumjob bist. Vor allem, wenn Du Deinen 40. nicht erst gestern gefeiert hast :-) Hier ist der direkte Link zur Anmeldung.

Facebook und Jobsuche? Wie passt das zusammen?

Dass die klassischen "Job-Netzwerke" wie XING und LinkedIn für die Jobsuche wichtig sind, ist mir natürlich klar. Dass auch Facebook im Bereich Job / Arbeit durchaus seine Bedeutung haben kann, dämmerte mir anhand verschiedener Faktoren:
- ein Kunde von mir sucht immer wieder (sehr erfolgreich) über Facebook Monteure.

- ich selber treibe mich in diversen Gruppen herum und habe darüber bereits diverse Aufträge generiert. 

 

Deswegen dachte ich - frag ich doch mal den Traumjob-Coach, welche Tipps er parat hat. Also, wenn Du Facebook auch für die Jobsuche einsetzen willst (oder musst ...), dann wirst Du hier sicherlich ein paar wertvolle Tipps bekommen. Und wenn Fragen offen bleiben: stell sie! Du bekommst ne Antwort, versprochen. 

Jetzt aber - los gehts! 


Wie sollte ich mein Facebook-Profil einstellen?

Wenn Du es für die Stellensuche nutzen möchtest - unbedingt mit Klarnamen, Angaben zu Alter, Ausbildung, Beruf, Wohnort und mit einem seriösen Foto. Und natürlich müssen diese Angaben öffentlich sein. Ich empfehle zudem, den Stellenwunsch prominent im Profil zu platzieren, idealerweise ganz oben im Steckbrief direkt unter dem Profilfoto.

 

Bei Postings im Profil ist eine Unterscheidung sinnvoll: geeignete öffentliche Postings können Dein Profil als Mensch und als Profi im Job schärfen und für Dich werben. Andere Themen lässt Du besser nur für Deine Freunde sichtbar. Schau einfach gelegentlich mit der Brille eines potentiellen Arbeitgebers drauf und überlege Dir, was Du da sehen möchtest und was nicht. Dabei helfen die Funktion "Anzeigen aus der Sicht von..." und die Chronik-Einstellungen.

Gibt es wirklich Jobangebote auf Facebook? Für wen?

Das lässt sich so pauschal nicht beantworten, aber: ja, es gibt sie. Allerdings nicht an einer zentralen Stelle wie z.B. auf XING, sondern auf den Seiten potentieller Arbeitgeber und in entsprechenden Gruppen wie z.B. regionalen Jobbörsen. Das macht die Suche schwerer, reduziert aber auch die Konkurrenz und erleichtert die persönliche Profilierung.

 

Für High-Potentials, also Fach- und Führungskräfte, ist Facebook sicherlich nicht die richtige Plattform. Die sind auf XING oder LinkedIn besser aufgehoben. Ganz anders sieht es für die Suche nach Jobs im lokalen Umfeld aus - insbesondere im Einzelhandel, in der Gastronomie oder im Handwerk. Gerade Handwerksbetriebe sind hier teilweise aktiv auf der Suche nach Auszubildenden, aber auch nach gestandenen Mitarbeitern. Man darf dabei nicht vergessen, dass Facebook die größte Community der Welt ist - mit 1,7 Milliarden Nutzern, davon rund 27 Millionen in Deutschland. Das ist schon eine ganze Menge, oder? Klar, dass etliche davon auch Jobs zu vergeben haben oder von welchen wissen.

Noch ne Anmerkung von mir dazu: für Jobs im Bereich "Social Media" und alles, was im weitesten Sinne dazugehört, gibt es entsprechende Gruppen auf Facebook. Dort werden auch Jobs vergeben. Einfach mal suchen :-)

Abgesehen vom klassischen "Angebot finden und Bewerbung schreiben" - was kann ich auf Facebook tun, um schneller wieder einen Job zu finden?

Aktiv werden und suchen. Das heisst: möglichst vielen Leuten erzählen, was Du willst. Nach geeigneten Gruppen / Jobbörsen suchen, dort mitdiskutieren und das eigene Profil darstellen. Mögliche Arbeitgeber auf Facebook suchen, deren Seiten liken und abonnieren und Dich soweit möglich und sinnvoll dort ebenfalls aktiv (und immer positiv!) zu Wort melden.

 

Letzten Endes kannst Du Facebook wie eine große Recruiting-Messe betrachten - mit vielen Messeständen, einer Cafeteria und diversen Vortragsräumen. Mit dem Unterschied, dass Dich fast ständig ein Kamerateam begleitet. Und genau so solltest Du Dich dort auch bewegen.

Muß ich mein Passwort herausgeben, wenn der Personaler das will?

Meinst Du das Passwort für den privaten Facebook-Account es Bewerbers? Da ist die Antwort ganz klar nein. Ganz im Gegenteil - eine solche Forderung wäre gegen geltendes Recht. Ich kann mir auf der anderen Seite auch nicht ernsthaft vorstellen, dass diese Frage allzu oft gestellt wird, auch wenn es aus den USA entsprechende Berichte gibt.

 

Was sicherlich häufiger vorkommt, ist, dass Bewerber "gegoogelt" oder Social-Media-Profile gecheckt werden. Auch das bewegt sich zwar in einer rechtlichen Grauzone, dürfte aber kaum zu verhindern sein. Hier gilt einfach die Regel des gesunden Menschenverstandes: stelle nichts öffentlich in's Netz, was Du nicht auch Deinem Nachbarn erzählen würdest.

Gibt es Tipps, was ich auf keinen Fall tun sollte, um meine Chancen nicht zu verschlechtern?

All das, was Du in einem Vorstellungsgespräch auch nicht machen würdest: peinliche Urlaubs- und Partyfotos herumzeigen, klugscheißern, schimpfen, pöbeln und Dich anderweitig daneben benehmen. Ganz besonders rate ich von Lästereien über frühere oder aktuelle Arbeitgeber ab sowie von verfänglichen Postings über die No-Gos des klassischen Smalltalks: Politik, Religion, Geld und Sex.


Na, ist Dir jetzt einiges klarer geworden zum Thema "Facebook und Job"? Wenn Du Fragen hast - stell sie, bitte! Einfach einen Kommentar posten. Jens und ich werden Deine Fragen schnellstmöglich beantworten, versprochen. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0