Einen Sch... muss ich!

Wenn Elke von federführend media zur Blogparade aufruft - ja, dann stell ich sofort die Lauscher auf. Und dann lautet das Thema auch noch "einen Scheiß muss ich!" ... Damit war klar - ich will unbedingt mitmachen. Das Thema sprang mich geradezu an: da ich auf dem Laufenden bleiben will, was in Social Media so los ist, kriege ich natürlich auch unglaublich viele "tolle, garantiert funktionierende Rezepte" mit. Da wird mir versprochen, wenn ich das einsetze, dann - aber nur dann !!! - hab ich ab morgen ausgesorgt und schwimme im Geld. Oder so ähnlich ... 
Ich weiß dann immer nicht so recht, ob ich lachen, schimpfen, den Kopf schütteln oder weinen soll. Manche Ideen sind gut, manche sind ok, manche sind na ja, manche sind Quatsch, manche halte ich für brandgefährlich. 

Um auf Facebook erfolgreich zu sein,  M U S S T  Du ...

Ich könnte Dir jetzt zig Regeln aufzählen, die ich gelesen / gehört / vorgeworfen bekommen habe. Am besten zähle ich sie alle auf, achte dabei sorgfältig darauf, dass die, die sich widersprechen, direkt untereinander stehen ... und zack, bist Du hoffnungslos verwirrt. 

 

Ehrlich gesagt - das möchte ich  nicht ... fast alle meine Kunden, die bei mir landen, haben solche Regeln im Kopf. An manche halten sie sich, obwohl es sich nicht richtig für sie anfühlt. Andere "Regeln" ignorieren sie und haben ein total schlechtes Gewissen deswegen. 

Wir gucken uns diese Regeln dann erst mal gemeinsam an ... und sortieren, was für den Einzelfall wirklich Sinn macht. Denn: Du bist einzigartig (ätsch, ich auch ...). Und was bei Dir sensationelle Ergebnisse bringt, funktioniert bei mir gar nicht. 

Nix da. Einen Scheiß MUSST Du !!

Viele Patentrezepte, die an uns herangetragen werden, haben tatsächlich mindestens einmal funktioniert. Nämlich für den, der sie anpreist. Nun wissen wir alle aber - "jeder Jeck is anders". Oder: was bei mir total gut funktioniert, muss bei Dir noch lange nicht gleich gute Ergebnisse bringen.

Weil Du in einem anderen Markt unterwegs bist. Weil Du total extrovertiert bist. Weil Du ein Morgenmensch bist ... weiß der Himmel, warum, es gibt unendlich viele Gründe dafür. Es reicht EIN Faktor, und das tolle Patentrezept - tut bei Dir nicht. 


Ich will damit nicht sagen, dass Du gar nichts ausprobieren sollst. Ich werde Dir vermutlich auch das eine oder andere vorschlagen, was Du bislang nicht gemacht hast - oder ich werde Dir Anpassungen vorschlagen. 
Nur: nix davon ist in Stein gemeißelt. Es gibt kein Muss !! Es gibt Vorgehensweisen, die gut funktionieren - aber wenn Du partout nicht willst, suchen wir nach einem anderen Weg. Kann sein, dass der länger dauert; aber wenn Du Dich damit pudelwohl fühlst, ist doch alles gut. 

Wie - überhaupt keine Regeln ???

Ein paar Regeln gibts schon, keine Sorge (das mögen wir Menschen ja auch nicht - so ganz ohne Anhaltspunkte, wie was zu tun ist). Aber: Die paar Regeln, an die Du Dich dann doch halten solltest, haben nix mit "Facebook-Geheimwissen" zu tun. Du kennst sie aus Deinem ganz normalen Alltags- und Berufsleben (und psssst: wenn Du jetzt an den guten alten Knigge denkst oder das kleine 1x1 des Guten Benehmens: ja, genau davon rede ich !!). 

  • Sei aufmerksam.
  • Hör gut zu.
  • Bleib höflich ! 
  • Im Zweifelsfall: frag nach.
  • Geh immer von "Ich bin ok - Du bist ok" aus.
  • Wenn Dir was sauer aufstößt, frag Dich: lohnt es sich, hier jetzt zu reagieren?
  • LOHNT ES SICH WIRKLICH?
  • Wenn Dich was nervt - schimpf. Aber bitte ohne dabei die Tastatur zu berühren!

 Ansonsten stelle ich kaum Regeln auf, die ich für universal gültig halte. Um genau zu sein - es ist eigentlich "nur" eine. Die halte ich für zentral. Aber was Du daraus machst (oder was wir miteinander für Dich und Dein Business daraus machen) - das ist dann wieder sehr individuell.


Übrigens: um diese Regeln und ihre praktische Umsetzung auf Facebook wird es auch im Online-Kurs "Facebook Basislager" gehen, der nach der Sommerpause startet. Wenn Du von Anfang an alles dazu mitbekommen möchtest, trag Dich hier ein: 


Facebook ist ein Netzwerk - also: kommuniziere!

Meine Königsregel. Facebook wird Dir nichts - gar nix - nada - niente bringen, wenn Du dort nur passiv unterwegs bist (das gilt übrigens für alle anderen Netzwerke genauso). Dann findest Du sicherlich nette Katzenbilder und auch den einen oder anderen interessanten Link. Die könntest Du aber auch über Google finden ... 

Also: nimm an Gesprächen teil. Schon im Studium beim ILS war eine der ersten Lektionen, das Cluetrain-Manifest zu analysieren (von dem ich vorher gar nicht wusste, dass es das gibt ...). Der erste Satz hat nur drei Wörter - aber die habens in sich: 

"Märkte sind Gespräche." Als ich das das erste Mal gelesen habe, dachte ich - häh? Da wusste ich noch nicht so viel über Marketing im 21. Jahrhundert :-) Mittlerweile ist dieser Satz für mich zur Richtschnur geworden.

 

Warum? 
Ein Gespräch hat immer eine Dialog-Komponente. Also, zwei (oder mehr) Leute reden irgendwie miteinander. War früher Marketing eine Sache von "sich auf den Marktplatz stellen und möglichst laut brüllen", wird es heute immer mehr zu "zuhören, fragen, miteinander reden". 


"Märkte sind Gespräche" - diesen Satz habe ich immer im Hinterkopf bei allem, was ich auf Facebook (und anderen sozialen Medien) tue.

 

Wenn ich's mir genau überlege: stell diesen Dialog-Gedanken in den Mittelpunkt, und handele entsprechend. Dann kannst Du alle anderen "Regeln", "Gesetze" und "das macht man aber so!"-Aussagen dem unterordnen. 

Was heißt das für Dich?

Und Du kannst alle Regeln und "Das macht man jetzt aber so!"-Aussagen prüfen, ob sie zu diesem Satz passen. Falls Du findest, ja, tät passen - dann prüfe: passt es zu mir? Zu meinem Wertesystem - zu meinem Empfinden? Wenn nein - frag Dich, WAS Dich stört. 

  • Kannst Du die Regel anpassen, so dass sie zu Dir passt? 
  • Kannst Du klar benennen, was Dich stört? Steckt da vielleicht eine Botschaft dahinter, die sich anzugucken lohnt? 

Trifft alles nicht zu? Tja dann ... 

Danke, liebe Elke, für diese Gelegenheit, das mal in Worte zu fassen, was mich schon ein Weilchen umtreibt. Oder: "das musste mal gesagt werden" <schmunzel> 

 

Übrigens - die Blogparade läuft noch bis zum 31.08.2017, Du kannst also auch noch mitmachen !

Jetzt - zu Dir. Das Kommentarfeld steht Dir offen, und ich wüßte gerne: welche "Social-Media-Regel" hat Dich schon mal so richtig genervt? Oder völlig ratlos zurückgelassen? Verrätst Du es mir? 

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Kommentare: 4
  • #1

    Elke (Mittwoch, 23 August 2017 18:36)

    Liebe Frauke,
    insgeheim hab ich ja auf einen Beitrag von dir zur Blogparade gehofft - weil ich weiß, dass das Thema dir zusagt, hab ich nicht nachgebohrt ;-) Umso mehr freue ich mich jetzt, denn du hast so wunderbar in Worte gefasst, was ich oft denk und in letzter Zeit auch immer öfter zwischen den Zeilen aus Gesprächen heraushöre.

    Vielen Dank für deinen großartigen Artikel!

    Sonnige Grüße und eine dicke Umarmung
    Elke

  • #2

    Manuela (Mittwoch, 23 August 2017 19:26)

    Ach ja, das schlechte Gewissen weil man nicht 50 Pins am Tag teilt, bei Instagram nicht auf Teufel komm raus Leute abonniert,....
    So ganz ohne Regeln kann ich aber auch nicht! Deine Liste gefällt mir übrigens sehr.
    Schwierigkeiten habe ich tatsächlich mit der Menge der Kommunikation. Wie soll ich alles unter einen Hut kriegen (eigentlich bin ich ein Plappermaul) ohne den ganzen Tag vor Facebook zu versumpfen. Da hab ich für mich noch keine Lösung gefunden außer generell wenig zu kommentieren.

    Liebe Grüße aus Linz
    Manuela

  • #3

    Carina (Donnerstag, 24 August 2017 14:22)

    Liebe Frauke, auf den Punkt genial, wie immer!

    Welche Regel mich am meisten nervt: "Du musst mehrmals am Tag auf deiner Seite posten." Fühle ich mich absolut nicht wohl mit. Ich will meinen Fans qualitativ hochwertige Beiträge liefern, die thematisch zu mir und meinem Business passen. Da geht dann auch schon etwas Zeit für die Recherche drauf. Bei mir gibt's einen Post pro Tag - und gewinne trotzdem an Reichweite und Interaktionen - ätsch! ;-)

    Liebe Grüße
    Carina

  • #4

    Wilhelm (Freitag, 29 September 2017 20:05)

    Liebe Frauke, dein Beitrag war sehr bestärkend! Ich kenne solche Situationen gut und muss mich immer wieder in Situationen rechtfertigen, in dnen mir dei Gesellschaft einfach meint vorgeben zu wollen, was ich zu tun habe. Und da gibt es einfahc einiges, wo ich mich bewusst raus halten will, und ich finde auch, dass man sich damit eindeutig auch abhebt. Ich bin eben anders, und ich tue nur das, was ich möchte. Gut fand ich deine Ergänzung, auch zu überprüfen, warum ich etwas nicht machen möchte. danke und liebe Grüße!