#schautiefer - welche Werte vertrete und lebe ich?

Dieser Blogartikel war eigentlich gaaaaanz anders geplant - und auch schon im Entwurfsstadium. Dann schüttelte "das Leben" den Kopf ... ne, so nicht! Das Ergebnis liest Du jetzt hier :-) 

 

Neulich war ich bei einem Abend von W.I.N. - Meike Schneider hielt einen Vortrag über „Werte“. Das Thema ist mir wichtig und ich habe mich damit auch schon öfter auseinandergesetzt. Wenn ich ganz ehrlich bin, dann erwartete ich ein paar Bestätigungen über „so ungefähr hab ich mir das ja auch schon gedacht“.

 

Tja ... da wartete eine faustdicke Überraschung auf mich :-) Wir durften nämlich selbst aktiv werden, und mit Hilfe einer Übung unseren Werten näher treten. Der Blickwinkel dieser Übung war mir neu, prima, es gab was zu entdecken! Du kannst Dir das Arbeitsblatt dazu übrigens hier herunterladen und Deinen eigenen Werten auf die Schliche kommen; es lohnt sich !!

Zentrale Werte - inclusive einer faustdicken Überraschung

Zwei Werte tauchten dabei auf meinem Arbeitsblatt mehrfach auf. Der erste war keine Überraschung - „Kreativität“. Der zweite hingegen ... huch, den hatte ich bisher nicht auf dem Schirm gehabt. 

Es war die „Souveränität“. Echt jetzt? Nach der ersten Verwirrung machten plötzlich sehr viele Dinge Sinn, die ich vorher in dieser Klarheit nicht gesehen hatte. 

  • Mein Gewitzel über „mit zunehmenden Alter verlor ich die Fähigkeit, mich führen zu lassen“ ... nun ja, vielleicht wollte ich auch nur endlich souverän arbeiten und entscheiden? 
  • Meine Verwunderung über das „Verblassen“ meines Wertes „Sicherheit“ - Meike meinte auf eine entsprechende Bemerkung von mir nur ganz trocken „vielleicht war das nie DEIN Wert, sondern einer, den Du von jemand anders übernommen hast?“

Vermutlich ist es völlig normal - wenn ein Impuls einen Nerv getroffen hat, dann fängt der Kopf an zu denken. Meiner jedenfalls denkt seitdem auf der Souveränität herum :-) und zack - schon war der eigentlich geplante, ausgewogene Blogartikel hier in der Tonne gelandet. Schade eigentlich, ich hätte Dir doch glatt verraten , dass ich ein INFP bin :-) 


Dieser Artikel ist nicht ausgewogen, er ist schon gar nicht "fertig" im Sinne einer abschließend formulierten Meinung oder so. Aber er schaut tiefer, stellt Fragen, gibt auch Antworten, zeigt Dir, wie ich meine Werte lebe und auch, was das für Dich bedeuten könnte.  

Und damit passt dieser Artikel noch viiiiiel besser in die Blogparade #schautiefer von Susanne Dahl

Na dann - wie lebe ich sie? die Kreativität? und die Souveränität?

Die Kreativität begleitet mich schon sehr lange bewußt.

Als ich noch angestellt war, lebte ich sie in meiner Textilkunst aus - dort war sie zu Hause. Ein Beispiel dafür siehst Du hier - das kleine Kerlchen ist gerade mal 15 cm x 15 cm. 

 

Mittlerweile darf sie in weitaus mehr Bereichen wirksam werden. Mein persönlicher Stil wird kreativer (oder auch: individueller).

 

Im beruflichen Alltag ist Kreativität mittlerweile von zentraler Bedeutung für mich - oft genug suche ich mit meinen Kundinnen nach kreativen Lösungen, die für sie ganz genau passen. 

Sei es im Mentoring, sei es in der Werbung - ich glaube nicht an Standardlösungen. Standard ist toll, wenn es um sowas wie genormte Datenformate oder so geht. Für Werbekampagnen und für Geschäftsaufbau-Themen kann er destruktiv sein. 

 

Kreativität: für mich zentral, eigentlich immer da. Im Job oft gepaart mit ihrem besten Freund, dem Pragmatismus. Beide kenne ich, beide mag ich sehr, wir sind ein eingespieltes Team. 

Und die Neue? die Souveränität?

Tja - auch sie ist schon sehr lange da. Wirklich klar wurde mir das, als ich darüber nachdachte, wann ich „verletzt“ wurde im Joballtag. Und welcher Wert von mir da dann am lautesten „AUA!“ schrie. 

Du ahnst es, es war die Souveränität.

Die ich für mich beanspruche. Die ich andererseits aber meinem Gegenüber genauso einräume. Weswegen ich mit vielen „Spielchen“ so verdammt schlecht umgehen kann: Jemand sagt Nein? Er wird sich das gut überlegt haben - also ist es Nein. Klar darf ich dann nachfragen, darf um Erklärung bitten - wenn es sich um eine souverän getroffene Entscheidung handelt, ist das doch kein Problem? Aber überreden? Warum denn - es ist doch ein souveränes Nein gewesen, oder etwa nicht?? 

Spielchen spielen, taktieren ? och neeeee  - lieber nicht!

Ganz ehrlich - ich hab nie verstanden, was diese Taktiken „ich tu so, als wär ich dagegen, damit ich dann überredet werde“ sollen. Ging schlicht über meinen Horizont, geht es heute noch! Ich erkenne diese Taktik, ich kann auch damit umgehen, aber ich tue es nicht gerne, sondern mit Widerwillen. Ich empfinde das auch nicht als „Spiel“, das „man“ nunmal so handhabt.

 

Als Angestellte hatte ich es öfter mit solchen Spielchen zu tun. Egal welcher Art - sie brachten meine Augen zum Rollen. Was auf die Dauer ganz schön anstrengend war, und irgendwann dazu führte, dass die Souveränität immer lauter weinte. Weil sie ständig das Versteckmäntelchen übergeworfen bekam und darunter schier erstickte. 

Aus diesem Blickwinkel betrachtet macht meine Entscheidung für die Selbständigkeit plötzlich noch viel mehr Sinn, als sie es vorher schon tat ;-) Denn jetzt kann ich diesen Wert leben, ich kann ihn ausleben. Und mich damit um so vieles wohler und „ganzer“ fühlen. 

Souveränität für mich. Und für DICH !!

 Meine Kundinnen bekommen die Souveränität auch zu spüren. Ich fordere sie für mich ein - ganz selbstverständlich. Genauso selbstverständlich gehe ich davon aus, dass mein Gegenüber natürlich der Souverän in ihrem Business ist. Auch wenn Du Hilfe bei mir suchst, mich um Rat und Unterstützung bittet - die eigentliche Entscheidung triffst Du selbst. 

Denn: ich werde Dir genau erläutern, warum ich etwas so und so machen würde. Damit DU eine fundierte Entscheidung treffen kannst, zu der Du stehst und die Du auf Basis vernünftiger Informationen triffst. 

Wenn Du etwas nicht verstehst, erkläre ich es Dir - und zwar gerne auch noch ein zweites oder drittes Mal. Etwas nicht zu wissen, finde ich absolut normal. Niemand kann alles wissen, wirklich, niemand. Aber: genauso normal finde ich es, souverän um eine Erklärung zu bitten.

Ich hatte mal eine Kursleiterin, die sagte: „Ich beantworte jede Frage, außer die nach meinem Gewicht.“ Ich halte das so ähnlich.

Die "Neue" im Team - und warum sie so spät auftauchte

Wie eingangs beschrieben - dass die Souveränität eine so zentrale Rolle für mich spielt, ist noch relativ neu. Lange Zeit war Sicherheit sehr wichtig für mich; die wurde dann irgendwann von der Klarheit abgelöst, jedenfalls fühlte es sich so an. 

Klarheit ist auch immer noch wichtig für mich, wär ja sonst auch merkwürdig. Nur ordnet sie sich jetzt ein unter der Souveränität, da passt sie für mich integral wunderbar dazu. 

 

Ob die Sicherheit nun "früher" wirklich mein Wert war oder nicht - ich weiß es nicht. Ob Werte sich im Laufe eines Lebens ändern? Ich denke - ja. Zumindest manche, und zumindest kann sich die Bedeutung und die Ausprägung ändern. 

 

Wenn ich mich tatsächlich schon immer wieder mal mit meinen eigenen Werten beschäftigt habe  - warum bin ich dann bisher nie auf die Souveränität gestoßen? Du kannst mir glauben, diese Frage hab ich mir auch gestellt ;-) 
Zum einen: fast alle Werte-Findungstools arbeiten mit Listen. Laaaaaangen Listen von Werten. Wenn da ein Wert nicht mit draufsteht, dann suche ich mir eben einen, der nah dran ist. Wie z.B. in meinem Fall die Klarheit - passt ja auch sehr gut. 
Und außerdem kommt es drauf an, wie man seinen Werten nachspürt. In diesem speziellen Fall war es eher ein Rückblick, ein Reinspüren in das, was ich damals empfunden habe. Auf der Werteliste stand die Souveränität mit drauf - sonst wär ich wieder bei der Klarheit gelandet, garantiert! 

Beschäftigung mit den eigenen Werten - das hört nie auf.

UND DAS IST AUCH GUT SO.

Hab ich schon  mal erwähnt, dass ich nicht (mehr) an Zufälle glaube? Bestimmt - sonst weißt Du es jetzt :-)

Die Blogparade von Susanne begegnete mir schon vor einem Weilchen, und ich wußte sofort, da möchte ich gerne mitmachen. Der Entwurf war auch schon halbfertig ... DANN kam der Vortrag von Meike Schneider, und "die Neue" betrat die Bühne. 
Nach dem ersten Unglauben (den man mir offenkundig sehr deutlich angesehen hat während des Vortrages ...) war ich neugierig, gespannt und ein bisle aufgeregt. 

Immerhin bin ich kein junger Hüpfer mehr, und ich dachte eigentlich, meine Werte hätte ich soweit klar. Aber wie bei so vielen Themen ist auch die Beschäftigung mit den eigenen Werten ein Prozess, nichts, was irgendwann "fertig und das bleibt jetzt für immer so!" ruft. 
Ehrlich gesagt - ich find das prima. Mein Hirn kriegt so immer wieder was zu tun, und ich lerne mich ständig besser kennen. Eine Frage, die ich jetzt immer wieder mal anschauen werde: der Wertewandel im Laufe eines Lebens. Da es keine Zufälle gibt ... werden mir sicherlich Impulse dazu begegnen. Ich freu mich drauf!

Hier gehts zur Blogparade #schautiefer

Die Blogparade von Susanne Dahl  zum Thema #schautiefer lief vom 20. März bis zum 24. April - hier kannst Du alle Beiträge nachlesen. 
Liebe Susanne, vielen Dank für Deinen wunderbaren Impuls !! Er hat mal wieder das eine oder andere in mir losgetreten, und das ist sooooo wertvoll. 
Auch die anderen Beiträge sind sehr spannend, alle sind sie sehr individuell. Stöbern lohnt sich !! Susanne plant übrigens, die Beiträge zur Blogparade als e-Book zusammenzufassen - darauf freu ich mich jetzt schon :-) 

Und nun zu Dir:

Wie immer - Deine Meinung interessiert mich. Beschäftigst Du Dich ab und an mit Deinen Werten? Ist Dir so ein "Wertewandel" auch schon mal passiert? Oder findest Du, das ist gar kein Wandel - sondern eher so, als würde man eine Zwiebel schälen und immer weiter zum Kern vordringen? 
Das Kommentarfeld gehört Dir - ich freu mich auf Deine Meinung: 

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Kommentare: 3
  • #1

    Susanne Dahl (Mittwoch, 25 April 2018 15:35)

    Liebe Frauke,

    wie wundervoll! Ich sehe es tatsächlich als eine Zwiebel, die sich schält, und wenn wir zum Kern vorgedrungen sind, sind wir mit der Ganzheit verbunden.

    Souverän kreativ, das ist meine spontane Assoziation, da steckt Selbstbewusstein, Buntheit, fachliche Autorität und Schöpferin mit drin, und das passt so gut zu dir!

    Bei deinem Artikel denke ich gerade an eine Stromschnelle, die das Wasser in neuem Glitzern erstrahlen lässt. In diesem Sinne: Auf souveränes Voranschreiten mit deiner neuen Perspektive!

    Alles Liebe
    Susanne

  • #2

    Renate Schmidt (Freitag, 27 April 2018 09:03)

    Liebe Frauke, du schreibst so wunderbar leicht. Das mit den Werten kann ich nur unterstützen. Sie sind wie ein Kompass im Leben und können selbst to-do-Listen positive beeinflussen.
    Alles Liebe, Renate

  • #3

    Meike Schneider (Freitag, 27 April 2018 15:34)

    Liebe Frauke,

    Ich freue mich sehr, dass Du Dich auf diese Reise eingelassen hast und Deine Werte jetzt als Wegweiser für ein erfülltes Leben nutzen kannst. Die Reise geht immer weiter und ich wünsche Dir noch viele tolle, neue Entdeckungen. Wenn Du Lust hast, dann können wir gemeinsam noch viiiiel tiefer in das Thema eintauchen.

    Für uns Unternehmerinnen wird es ja auch zusätzlich interessant, denn unsere Werte zu verwirklichen hilft uns nicht nur, mehr Leichtigkeit ins Leben zu bringen. Nein, wir können auf dieser Basis eine (Lebens- und Unternehmens-) Vision entwickeln, die uns magisch anzieht. Die uns gewissermaßen Bäume ausreißen lässt!

    Und wir können beginnen, unsere Werte strategisch zu nutzen! Uns zu fragen: Welchen WERT kauft unser Kunde eigentlich? Bei mir ist es die Entwicklung (Wachstum und Lernen) und Verantwortung zur Freiheit. Und damit eine Eigentständigkeit.

    Zumindest sind das die Werte, die ich strategisch nutze in meiner Kommunikation. (Liebe und Beziehung, Nähe, usw. Gibt es sowieso ,-))

    Ich freue mich sehr, Dich berührt zu haben, liebe Frauke.

    Du bist ein WERTVOLLER Beitrag für diese Welt!

    Alles Liebe,
    Meike