Warum Du auf Facebook mit Deinem echten Namen auftreten solltest

Zusammen mit Kristiane Marx und Elke Schwan-Köhr habe ich seit November 2016 eine eigene Facebook-Gruppe (die Lovely Business Ladies - sorry an die Herren, nur für Damen). Und in dieser Gruppe wollte neulich "Katze Hermelin" (haha - Name geändert, das echte "Pseudonym" war noch dämlicher ...) Mitglied werden. Wir haben uns länger darüber unterhalten - und "Katze Hermelin" den Zugang verwehrt. 
Das Profil bot außer dem Namen nämlich - nichts. Außer der zusätzlichen Information, dass "Katze Hermelin" seit März 2017 auf Facebook ist, aber bereits in über 90 Gruppen Mitglied. 
Kein Titelbild. Kein Profilbild. NICHTS in der Info - die Chronik war leer. 


Wer also bitte ist "Katze Hermelin"? Wir wissen es nicht - sie (wenn es denn eine sie ist ...) reagierte auch nicht auf die Nachricht, die Kristiane ihr schickte. Fazit: "Katze Hermelin" darf nicht bei uns mitmachen, ätsch. 


Und ich schreib einen Blogartikel, der schon länger fällig ist :-) Damit dieser Artikel nicht traurig ohne Bilder daherkommt, hab ich ein paar Katzenbilder eingestreut. Die beiden Miezen teilen unser Leben, sind also sehr echt und real; und nein, keine heißt "Hermelin"...

 

Dieser Artikel enthält übrigens meine eindeutig subjektiv gefärbte Meinung. Zu diesem Thema habe ich einen klaren Standpunkt, und den vertrete ich hier auch. Ich freu mich auf eine Diskussion dazu mit Dir; ich werde Deine Meinung akzeptieren, akzeptierst Du bitte meine? Danke :-) 

Die Facebook-Regelung zum Thema "Namen"

Werfen wir mal einen kurzen Blick in die Facebook-Regeln. Dort steht klipp und klar: 


Facebook ist eine Gemeinschaft, in der alle Personen den Namen verwenden, mit dem sie im alltäglichen Leben am häufigsten angesprochen werden. Dadurch weißt du immer, mit wem du dich verbindest. Zudem trägt das zur Sicherheit unserer Gemeinschaft bei.

In diesem Facebook-Statement werden zwei wichtige Punkte angesprochen:

- "Damit weißt Du immer, mit wem Du Dich verbindest" und

- die Sicherheit. 

Beide Punkte schauen wir uns noch genauer an. 

 

Natürlich wird über die Klarnamen-Pflicht viel, auch durchaus kontrovers diskutiert. Gute Einblicke in die Diskussion bekommst Du hier und hier.

Mir ist klar, dass es Menschen gibt, die aus gutem Grund nicht auf Facebook mit ihrem echten Namen unterwegs sein wollen oder können. Da tut sich mittlerweile immer wieder etwas, Facebook passt sich diesen Bedürfnissen etwas an. 

Die häufigsten Gründe, warum der eigene Name nicht verwendet wird:

Aber Du und ich - haben wir wirklich einen triftigen Grund, Facebook nicht unter unserem echten Namen zu verwenden? So richtig wirklich echt? 

(Triftige Gründe: Du hast im echten Leben einen Stalker. Du bist eine bekannte Persönlichkeit, die sich "anonym" bewegen möchte. Du betätigst Dich politisch (oder in einem anderen kontroversen Bereich) und möchtest das nicht unbedingt jedem unter die Nase reiben. Sehr viel mehr fällt mir ehrlich gesagt nicht ein ...)

 

Was ist es denn dann?


Du hast Angst, dass Du dann "gefunden" wirst? Dass "andere, fremde Menschen" etwas über Dich lesen könnten? Sorry, gilt nicht: weil Du in den Privatsphäre-Einstellungen festlegen kannst, wer was über Dich sieht. 


Du hast Angst, jemand könnte Schindluder mit Deinen Daten treiben? Siehe oben, stell Dein Profil richtig ein! Wenn das nicht reicht, musst Du radikal werden: Dann melde Dich bitte von ALLEN Netzwerken ab. Und hör auf, Payback etc. zu nutzen - wenn Du Dich anmelden musst, hinterlässt Du auch Spuren im Web. 

Es gibt den schönen Spruch "There's no such thing as a free lunch" - frei übersetzt: alles hat seinen Preis. Soziale Netzwerke kosten zwar kein Geld - aber Daten. Die werden zur Zeit vor allem zur zielgerichteten Ausspielung von Werbung genutzt. 


Ansonsten benütze bitte Deinen gesunden Menschenverstand - damit minimierst Du die Gefahren deutlich. Und so, wie Du auch im Straßenverkehr damit rechnen mußt, dass Du eine Geschwindigkeitsbegrenzung übersiehst und einen Strafzettel bekommst, mußt Du auch im Internet damit rechnen, dass ein Betrüger schlauer ist als Du. Dagegen hilft gesunder Menschenverstand ("kann das wirklich, ganz bestimmt, so sein?"), ein bißchen Fatalismus ("Shit happens") und oft einfach einen kühlen Kopf bewahren, nicht sofort hektisch irgendwo klicken - und nachforschen.

 

Dir ist die ganze Datensammlerei unheimlich? Du bist der festen Überzeugung, dass  all die Daten, die wir tagtäglich abliefern, auch ausgewertet werden und dass damit jemand grandiosen Unfug treibt ?
Das kann niemand mit 100% Sicherheit ausschließen.

Zeigst Du mir bitte einen Bereich unseres Lebens, in dem Du 100% Sicherheit hast? Ich fürchte, da gibt es keinen - weil es 100% Sicherheit einfach nicht gibt. Wie bei so vielen anderen Dingen auch, ist die Verwendung von Facebook eine Abwägung,  die jede für sich selbst treffen muß. Nur - bitte, entweder entscheide Dich dafür, und dann mach's richtig. Oder entscheide Dich dagegen, und dann sei bitte konsequent.

 

Lass den Unfug - meine Meinung dazu

Ein bißchen "ich-bin-auch-auf-Facebook-aber-keiner-darfs-wissen" mit großem Versteckerles-Spielen finde ich albern. 

Klar kannst Du das machen, das ist Deine freie Entscheidung!

Wichtig ist mir: sei Dir über die Konsequenzen klar !!

 

 "Katze Hermelin"  ... wie professionell und vertrauenerweckend wirkt das, bitte? Und falls Facebook Dir draufkommt, dass Du eigentlich ganz anders heißt, musst Du damit rechnen, dass Dein Account gesperrt wird. Gerade wenn Du Facebook auch für Dein Business nutzt, kann das wirklich lästig werden. Willst Du das riskieren?

Die Vorteile von "echten" Profilen

Nachdem ich jetzt mich darüber ausgelassen habe, warum ich Klarnamen befürworte ... welche Vorteile hast Du denn davon ? 

  

Der wichtigste Punkt zuerst: Du wirst gefunden ! Spätestens wenn Du Facebook auch zur Vernetzung oder gar für berufliche Zwecke nutzt, dann ist das ein Riesenvorteil. Potentielle Gesprächspartner und - noch besser ! - zukünftige Kunden finden Dich! Egal ob sie Dich dann kontaktieren oder "nur" mal gucken, der erste Schritt zur Kontaktaufnahme ist getan. 

Du kennst sicherlich die Aussage, dass es durchschnittlich 7 Kontakterlebnisse braucht, damit ein Kunde "Dein" Kunde wird? Warum solltest Du es ihm extra schwer machen, diese 7 Kontakterlebnisse ganz einfach zu bekommen? 

 

Während Dein echter Name einfach nur Deiner besseren Auffindbarkeit dient, erfüllt Dein Profilbild noch ganz andere Aufgaben. Zunächst macht es ebenfalls klarer, ob Du wirklich Du bist (schon mal nach Sabine Schmidt gesucht?). Aber das ist nur ein Aspekt - Dein Profilbild verrät auch ne Menge über Dich. Männlein oder Weiblein? ungefähres Alter? Wie stellst Du Dich dar? 
Oder anders ausgedrückt: Dein Profilbild ist der berühmte erste Eindruck. Der muß zwar nicht für alle Ewigkeit entscheidend sein ... aber auch hier gilt: Warum willst Du es Dir und Deinem potentiellen Kunden extra schwer machen? Ob Du für Dein privates Profil eher ein "privates" Bild nimmst oder ein Bild, das ein Fotograf gemacht hat - das ist Geschmackssache. So Leut wie ich wechseln da auch immer wieder mal ab :-) 

 

Weitere Möglichkeiten, Dich zu zeigen, wären z.B.:

  • Dein Steckbrief sollte aussagekräftig sein.
  • Auch Dein Titelbild bietet Dir "Werbefläche in eigener Sache"
  • Verknüpfe Dein Profil und Deine Seite so, dass Deine Seite über Dein Profil gefunden wird (wie genau das geht, erkläre ich demnächst in einem Blogbeitrag hier). 
  • Stell hin und wieder auch mal einen Post ein, der öffentlich ist.

Ankündigung ... oder: ein dezenter Werbeblock !

Übrigens ... nach der Sommerpause ... da wird er starten. Ich bin schon ziemlich aufgeregt und freu mich riesig darauf:  Mein erster eigener Online-Kurs !! Da wird es ganz viel um Basics gehen, um diese kleinen Details, die das Arbeiten mit Facebook soviel leichter machen. 

Heißen wird er: Dein Facebook-Basislager. Ich gebe Dir all die grundlegenden Infos, damit Du Dich auf Facebook sicher und mit Spaß bewegen kannst. Du wirst nach diesem Kurs wissen, wie Du Facebook für Dich richtig einstellen kannst. Und Du lässt Dich nicht mehr verunsichern, wenn wieder jemand vom "bösen Facebook" orakelt. 
Möchtest Du auf dem Laufenden bleiben und als Erste erfahren, wenns losgeht? Dann trag Dich hier ein: 


Sicherheit - oder auch: Vertrauen

Stell Dir mal vor, Du möchtest etwas kaufen. Der Verkäufer sitzt hinter einer schwarzen Wand, als Du ihn nach seinem Namen fragst, sagt er, Du könntest ihn "Katze Hermelin" nennen. 

Echt jetzt? Also, wenn ich die aktuelle Tageszeitung will, geht das vielleicht noch. Aber schon in der Apotheke wär mir das unheimlich. Und einen größeren Betrag würde ich "Katze Hermelin" sicherlich nicht anvertrauen.
Warum? weil ich niemandem vertraue, der weder Gesicht noch Namen zeigt. 

 

Was Facebook mit der schönen Formulierung "Sicherheit unserer Gemeinschaft" umschreibt, ist letztendlich schlicht - Vertrauen. Wenn ich mich darauf verlassen kann, dass die meisten Menschen (die schwarzen Schafe lassen wir außen vor - die gibts überall) die sind, als die sie sich ausgeben - dann ist das vertrauensbildend. 

Und jetzt zu Dir - wie hälst Du es dem Thema " richtige Namen auf Facebook"?

Wie schon eingangs erwähnt - dieser Artikel ist durchaus subjektiv gefärbt. Wichtig ist mir: überlege Dir gut, WAS Du WARUM tust. Und wäge ab, ob Deine Entscheidung wirklich das Ergebnis bringt, das Du Dir wünschst. "Katze Hermelin" hat jedenfalls nicht bekommen, was sie wollte ... sie wurde kein Mitglied der Lovely Business Ladies. 

Jetzt interessiert mich Deine Meinung: wie hälst Du es mit diesem Thema? Bist Du selbst mit Deinem richtigen Namen unterwegs - oder nicht? Und warum hast Du Dich entschieden, so zu verfahren? Das Kommentarfeld gehört Dir - hau rein: 

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Kommentare: 6
  • #1

    Carina (Donnerstag, 01 Juni 2017 11:40)

    Frauke, der Hammer! Vielen Dank, dass du so klare Worte findest. Ich betreue selbst mittlerweile drei Gruppen und kenne die geschilderte Problematik nur zu gut. Meistens höre ich auf mein Bauchgefühl - und das hat mich bisher nicht im Stich gelassen ;-)

    Gerade in Gruppen ist gegenseitiges Vertrauen und mitunter auch Verschwiegenheit die Basis für den erfolgreichen Austausch. Wer das nicht gewährleisten kann, fliegt - oder kommt gar nicht erst rein.

    Liebe Grüße
    Carina

  • #2

    Gabriele Sauerland (Freitag, 02 Juni 2017 15:47)

    Danke für den Beitrag, für die klaren Worte und für den Mut (den braucht es tatsächlich!), ein solches Statement abzugeben.

    Ich biete Webinare und Seminare an...wer sich anmeldet und dabei sein möchte, sagt wie er heißt. Eigentlich logisch, oder ? Nein, nicht, wenn es um Webinare geht. Da meldet sich Minnie Mouse an oder Luisa. Als Erklärung wird immer wieder die so wichtige Anonymität angegeben, also die eigene, nicht die der anderen.

    Ich stelle mir vor, ich sage nicht mehr wer das Webinar anbietet. Ob sich dann auch die Anonymen noch anmelden würden ? Wohl eher nicht. Sie erwarten etwas, das sie selbst nicht bereit sind zu geben: Klarheit, Offenheit, einen Vertrauensvorschuss.

    Lange Rede, kurzer Sinn:
    wer kein Profil hat, hat kein Profil und darf nicht mitmachen.
    Das sind die Spielregeln und ich hoffe, es gibt noch mehr Mutige, die das so sehen.
    Ich sage wer ich bin und ich freue mich darüber, wenn sich mein Gegenüber, der Gast bei einer Veranstaltung ist, auch vorstellt. Aus Höflichkeit und Fairness.

    Das ist unpopulär, führt zu Angriffen und Unverständnis,
    aber nur bei Minnie Mouse und Co, alle anderen finden es ganz selbstverständlich.

  • #3

    Frauke (Dienstag, 06 Juni 2017 18:33)

    Liebe Carina,

    es war mir ein echtes Bedürfnis ... sowohl privat als auch beruflich bin ich immer wieder damit konfrontiert, dass jemand gerne mitspielen möchte, aber unbedingt mit Maske. Das finde ich nicht wirklich vertrauensbildend - und das mußte echt mal raus :-)
    Danke für Deinen Kommentar !
    Liebe Grüße, Frauke

  • #4

    Frauke (Dienstag, 06 Juni 2017 18:43)

    Liebe Gabriele,

    ich stell mir gerade vor, ich tät versuchen, sowas "Delikates" wie Social Media Beratung mit Fake Namen zu betreiben ... höchstwahrscheinlich wären meine Kunden wenig begeistert.
    Vielleicht werden die Leut' irgendwann mal begreifen, dass das nicht funktioniert, dass Vertrauen eine Währung ist, die auf Gegenseitigkeit beruht. Wenn mein Artikel dazu beitragen kann, freuts mich sehr :-)
    Herzliche Grüße, Frauke Schramm

  • #5

    Erika (Montag, 12 Juni 2017 17:42)

    Hallo Frauke
    Deine Einstellung zum Thema richtiger Name teile ich voll und ganz.
    Herzliche Grüsse
    Erika Mathis

  • #6

    Andreas (Donnerstag, 29 Juni 2017 20:49)

    Liebe Frauke,
    ich sehe das absolut genauso wie du, und eigentlich aus folgendem Grund. Wenn ich bei Facebook bin, dann mache ich das doch, weil ich mich vernetzen will, also WEIL ich erkannt werden will und mich verknüpfen will. Aus welchem anderen Grund nutze ich sonst Facebook? Und was würde ein solches Profil bitte zu diesem Ziel beitragen? Ich vermute, absolut nichts. (-; Wenn ich in einem Forum oder ähnliches einen ausgedachten Namen trage, ist das was anderes, das tue ich auch.